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Waterworld Central - Ein Monat voller Wasser

Ab dem 26. Dezember ging es für uns wieder ans Arbeiten. Ein Monat lang haben wir jeden Tag auf die Kinder aufgepasst, die übermütig die Rutschen runter brausten und uns gerne mal mit einer Ladung Wasser übergossen. Manche haben die Tickets verkauft und manche im Foodvan gearbeitet. Der Park bestand aus drei Pools mit aufblasbaren Rutschen mit Namen wie den „Dragon“ oder die „Sharkrutsche“.



Die Arbeit hat super viel Spaß gemacht und es war wahrscheinlich die beste Arbeit die wir in Australien finden konnten. Die Nächte verbrachten wir in Containern, die für uns neben den Park gestellt wurden. Unsere Gruppe bestand nur aus Deutschen und zwei Engländern, sodass unser Englisch meist nur durch die Arbeit „gefördert“ wurde. Ich bin sogar davon aufgewacht wie ich im Schlaf schrie: „No standing on the toy!!!“Auch „cross your arms when you slide“ und „not with your head first“ waren unsere Standardsätze im Park.



Wir hatten das Glück neben einem Pub zu wohnen, der jede Woche Angebote gemacht hat wie: Steaks zum selber braten für 8 Dollar oder zwei Gerichte für einen Preis. Natürlich gab es dann jede Woche für uns Steaks, Schnitzel und Nudeln zum Essen. Ein Paradies für uns arme Backpacker.



Bald schon kannten wir uns alle gegenseitig ganz gut und wir wuchsen zu einer Familie zusammen. Die Abende im Pub und in der Runde mit einem Bierchen schweißten uns sehr zusammen und auch bei der Arbeit waren wir ein super Team.



Jeden Morgen gab es vor der Öffnung des Parks ein Meeting, in dem wir besprachen was am Tag davor gut war und was schief gelaufen ist. Colleen, unsere Chefin, die wir auch Grandma nennen durften, lobte uns meistens und betonte jeden Tag wieder wie stolz wir auf uns sein können. Das war natürlich eine tolle Motivation und mit Eifer und viel Spaß in den Backen, brachten wir den Park durch die vielen Kinder zum Überquellen. Die Pools waren so voll, dass wir jeden Tag schon ab 10 Uhr morgens Sessions starten mussten und die Kinder bis zu einer halben Stunde warten mussten. Wir kamen uns vor wie Mitarbeiter aus dem Heidepark.

Von 23 Leuten hatten im Januar sogar drei Geburtstag. Direkt am Anfang feierten wir Calvins Geburtstag, dann gabs eine fette Party für Lea, die jede Menge süße Geschenke von den anderen Mädels bekommen hat und zum Schluss feierten alle Patricks Geburtstag, wo Jannik und ich jedoch nicht dabei sein konnten, da wir an dem Wochenende in Blacktown waren.



Nicht nur unser Park konnte sich nicht mehr vor Kindern retten. In Blacktown in der Nähe von Sydney gab es einen weiteren Park, der Rekordzahlen von bis zu 900 Besuchern am Tag aufwies. Also entschieden sich unsere Bosse einen weiteren Pool aufzustellen. Es gab nur ein Problem. Es fehlen dann zwei Mitarbeiter. So wurden Jannik und ich für ein Wochenende nach Blacktown bestellt. So konnten wir Fynn und Lennard besuchen, unsere zwei Freunde, die wir schon seit ein paar Monaten sehen wollten. Der Park in Blacktown war noch viel größer als in Bateau Bay und die Menschenmassen leider auch. Den schlimmsten Job den man im Wasserpark bekommen konnte, war der Pool, in dem nur ein großes Spielzeug herum schwamm. Man muss sich vorstellen, wenn 50 Kinder in einen Pool dürfen und es nur ein einziges Spielzeug, eine Art Zug den man aufblasen kann, gibt und diese 50 Kinder wirklich ALLE auf diesen Zug springen wollen, was das für ein Chaos ist. Zwei Tage durfte ich in Blacktown in diesem Pool stehen und am Ende des Wochenendes war ich dementsprechend auch etwas heiser.

Zurück in Bateau Bay mussten Jannik und ich dann eine große Entscheidung fällen. Zwei Mädels aus dem Wasserpark mussten ihren Van loswerden und wir wollten ihn vielleicht kaufen. Wir haben echt lange überlegt. Wir kennen uns nicht sehr gut bis gar nicht mit Autos aus und hatten Angst eine falsche Entscheidung zu treffen. Doch am Ende haben wir uns für ihn entschieden. Unseren Kurt-Ralf, nach unseren Opas benannt. Mit Auto ist es einfach schöner in Australien, da man nichts mehr für Unterkunft bezahlen muss und es im Allgemeinen günstiger ist, wenn wir kein großes Pech haben. Jetzt ist Kurt-Ralf unser neues Zuhause, wir können drin schlafen und unsere Sachen verstauen und unser Abenteuer kann beginnen.



Als sich unsere Zeit im Wasserpark dem Ende zuneigte, gingen wir nochmal alle zusammen bowlen. Das witzige am bowlen war, das man daraus eine Art Bingospiel gemacht hat und man an dem Abend ein paar Preise gewinnen konnte. Vorher am Tag, hatten sich Jannik und Miri überlegt, ein Schokofondue für alle zu machen und wie der Zufall so kam, gewann Jannik sogar einen Schokoladenbrunnen. So ging es nach dem Bowlen erstmal ans Schokolade mit Früchten futtern.



Als Jannik am nächsten Tag seinen Schokobrunnen suchte, fand er ihn nur leider nicht mehr. Irgendjemand muss ihn weggeschmissen haben, sehr schade.

An unserem letzten Arbeitstag ist das Wetter leider sehr schlecht gewesen. Wir mussten den Park schon um 14 Uhr schließen, weil es einfach nicht mehr aufgehört hat zu regnen. Sehr schade für unseren letzten Tag. Am 26. Januar sollte auch eigentlich das Abbauen beginnen, doch durch den permanenten Regen mussten die auserwählten abbaujungs noch dort bleiben und abwarten. Jannik und ich wollten auch wegfahren, kamen aber nicht mehr durch das Tor, das durch den Regen total verschlammt war und das Risiko zu groß war stecken zu bleiben. Also blieb uns nichts anderes übrig als noch zwei Nächte dort zu bleiben und abzuwarten. Endlich klarte sich der Himmel auf und wir brachen am 29. Januar zu unserer großen Tour mit unserem neuen Partner Kurt-Ralf auf. Zuerst geht es in die Blue Mountains und anschließend über die Nullabor Plain nach Perth, ans andere Ende von Australien.

Bis dahin, eure Tiny
21.2.15 08:15
 


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